Lebensgeschichte 4 Soll ich, oder soll ich nicht

Im letzten Teil habe ich erfahren, dass es die Vitrektomie gibt. Ich bin Anfangs davon ausgegangen, dass die Vitrektomie kein Risiko hat. Ich hatte schlichtweg keine Ahnung, was das für eine Operation ist. Doch bald war klar, so simpel wie ich mir das vorgestellt hatte ist es dann doch nicht.

Es macht einen Unterschied, ob der Glaskörper noch vollständig oder partiell an der Netzhaut anliegt, oder eben nicht.

 

FUN FACT

Ein Grund warum ein bekannter Arzt aus Düsseldorf, dessen Vorname ein bisschen klingt wie ein türkischer Schulhofschläger, keine jungen Patienten operiert. Da liegt der Glaskörper nämlich in der Regel noch vollständig an, was die Operation relativ kompliziert und schwierig macht, da der Glaskörper davor erst künstlich abgehoben werden muss.
Diese Art von Patienten würden ihm ja seine Quote versauen, falls denn mal was schief geht und darauf hat der sympathisch wirkende Herr mit dem netten Lächeln keine Lust.

Ebenfalls ist einem nach einer Vitrektomie der Graue Star so gut wie sicher, innerhalb der nächsten Monate und Jahre. Gut der Graue Star, vor der Operation braucht sich niemand zu fürchten. Schwerwiegende Komplikationen treten quasi nicht auf und sind fast vollständig unwahrscheinlich. Grauen Star bekommt man, mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit, im Alter sowieso. Also gut, dann habe ich meine OP halt 40 Jahre vorher, seis drum. 

Schwere Einblutungen, Netzhautrisse, Gesichtsfeldausfälle oder Rest Glaskörper, welcher dann auch sehr störend vor den Augen herumschwirrt, das beängstigt mich viel mehr. Meine Frustration schnellte zu diesem Zeitpunkt schier ins unermessliche, dieses extrem Gefühl von Niedergeschlagenheit, Trauer und Wut war überwältigend. Ich habe mich das erste Mal in meinem Leben gefragt, ob ein Leben so noch lebenswert ist. 
Im selben Augenblick habe ich mich für den Gedanken gehasst, so ein paar Trübungen, werden dir schon nicht dein Leben versauen, komm mal wieder klar. 
Ich kam es nicht und wurde es auch nicht mehr, eigentlich entwickelte sich ab da an ein stetiger Abwärtstrend. Ich war mindestens 5 Stunden am Tag im Internet und habe recherchiert, Möglichkeiten gegen diese Trübungen irgendwas das mir helfen könnte. Doch es gab nicht, keine Chance. Ich ging spazieren wollte mich ablenken, doch beide Augen waren immer voll mit diesem Schlonz.

Dann an einem Tag, an dem ich dachte ich werde definitiv wahnsinnig, oder schlimmer noch, beschloss ich etwas dagegen zu unternehmen. Ich sah meine psychischen Probleme, die diese Krankheit mit sich brachten und suchte mir einen Therapeuten.

 

Fortsetzung folgt.

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