Statusbericht

Hallo Ihr!

Eines meiner Probleme mit den Mücken ist das meine Stimmung zu ihnen immer wieder stark schwankt. Manchmal machen sie mich extrem wahnsinnig, manchmal nehme ich sie tagelang fast nicht wahr beziehungsweise stören sie nicht.
Das ist ein Sache der Definition, etwas wahrnehmen ist grundsätzlich erstmal etwas neutrales. Ich sehe meinen Arm, meine Beine oder einen Hund der über die Straße läuft, was ich mir zusätzlich zu diesem objektiven Gegebenheit denke ist meine Interpretation.
Den Großteil meines Lebens mit den Mücken habe ich sie gesehen und gleich darauf habe ich sie gehasst.
Im großen und ganzen liegt genau da der Hund begraben, aber kann man lauter Fäden und dunkle Flecken in seinen Augen tatsächlich irgendwann einfach akzeptieren, quasi über sie hinweg sehen?
Keine Ahnung, ich bin ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass ich solche und solche Tage habe. In den letzten Jahren gewinnen die Tage in denen ich in den blauen Himmel schauen kann oder in den Sonnenuntergang ohne das ich denke ich brauche eine Packung Valium.
Ein großen Schritt dazu beigetragen – so paradox das klingt – war der Entschluss mich einer Vitrektomie zu unterziehen. Den als es ganz real geworden ist, die Aussicht auf eine klare Aussicht sozusagen, war es irgendwie nicht mehr so wichtig. Natürlich hat mich der Gedanke daran begeistert und ich fand es toll mir vorzustellen, einen klaren Ausblick zu haben. Doch jede Operation hat ein Risiko und Grauer Star noch vor meinem 30 Geburtstag war dann gar nicht mehr so ein schöner Ausblick. Ich lasse es mir dennoch offen, momentan habe ich genügend Geld in der Hinterhand, um Notfalls am nächsten Tag loszufahren und die Vitrektomie machen zu lassen, falls ich es gar nicht mehr aushalten sollte.
Das hat mich wahnsinnig entspannt, weil jetzt kann ich ganz entspannt und sorgenfrei einfach schauen, ob ich nicht auch etwas anderes gegen den „Dreck“ in meinem Auge unternehmen kann. Quasi einfach weiterleben, einfach so ganz entspannt nach vorne schauen trotz der Mücken.

 

Hier geht es zum zweiten Teil: Lebensgeschichte 2

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