Zu neuen Ufern? Teil 2

Mein Termin steht jetzt gegen Ende Oktober. Ich bin ehrlich, ich bin ziemlich aufgeregt und habe auch Angst davor wieder zum Augenarzt zu gehen.

Meine Bitte nach Vitrektomie war schon ziemlich eindeutig, aber Kopf martern momentan gefühlt 1000 Fragen.

  • Sehen die die Floater?
  • Wie reagieren die Ärzte?
  • War mein sehr gerades und konsequentes Auftreten vielleicht peinlich
  • Was denken die von mir?
  • Ist es überhaupt schlimm genug?
  • Was, wenn ich wieder nach Hause geschickt werde?

Ich glaube ich werde darauf keine Antwort finden, vermutlich ist es ganz normal, dass ich mich das Frage.

Schließlich ist es ein sehr großer Schritt. Die Augen sind mit das wichtigste Sinnesorgan und, wenn man sich für eine OP entscheidet, dann sollte das gut überlegt sein. Ich habe 10 Jahre Floater, seit 4 Jahre sind sie so massiv, dass ich konsequent jeden Hörsaal vermeide. Ich habe 3 Jahre dagegen gekämpft und ich denke, dass ich so leben könnte. Ich habe irgendwann vor einem Jahr einen Punkt erreicht an dem mich die Floater zwar noch stören, aber ich gut damit leben kann. Ich wieder fröhlicher bin, einen Stück von meiner früheren Lebensfreude zurück gewonnen habe und trotzdem….

Vor 3 Jahren, als ich das erste mal an eine OP gedacht habe, da war mir klar, irgendwann werde ich es ohnehin machen lassen, wenn es schlimmer wird, wenn es ein „besseres“  Op-Verfahren gibt. Aber, wenn ich es sowieso irgendwann mache, warum dann nicht jetzt?

Ich habe mein Leben um die Floater gebaut und ich lebe so wie jetzt sehr gut damit, aber will ich das?

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Zu neuen Ufern?

Es ist kurz vor meinem 24 Geburtstag. Noch in diesem Monat sind es glatt 10 Jahre, dass ich Floater habe.

Ich habe die letzten Monate viel nachgedacht. Nach dem euphorischen ersten Jahr ist dieser Blog ein bisschen liegen geblieben, es gab einfach zu viel neben den Floatern was wichtig war. Spannende neue Erfahrungen nur ein Überblick:

  • 2 Wöchiges Fest in meiner Heimatstadt mit mir als Veranstalter
  • Job an der Universität
  • Studium mit sehr guten Leistungen
  • Eine neue Liebe
  • Mehrere Besuche bei alten Verwandten, welche ich schon seit ein paar Jahren nicht mehr gesehen habe

 

Trotz der Floater und der damit einhergehenden Belastung war es ein schönes und erfolgreiches Jahr.

Nachdem ich jetzt einige Zeit versucht habe die Floater aus meiner Wahrnehmung zu verdrängen, bin ich momentan dabei mir einen Operateur zu suchen und mich für eine Operation zu empfehlen. Nachdem ich schon einige gescheiterte Versuche hinter mir habe, habe ich die Strategie gewechselt. Ich spiele mittlerweile mit offenen Karten und Frage direkt nach der Vitrektomie. Ich bin erst/bald 24 Jahre meine Aussichten auf einen Operateur, welcher gewillt ist mich zu operieren, sind denkbar schlecht.

Ich füge die Email ein, falls jemand ähnliche Schwierigkeiten hat und eine ähnliche Strategie versuchen möchte.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Herr Mustermann 23 Jahre alt und bin momentan Student. Seit ca. 4 Jahren habe ich massive Floater in beiden Augen, vor 10 Jahren habe ich die ersten bemerkt.

Ich habe mich intensiv mit der Thematik beschäftigt und 2 Jahre eine Verhaltenstherapie deswegen gemacht. Leider bin ich mittlerweile an einem Punkt, an dem ich nicht mehr so weiter machen kann wie bisher. Momentan ist mein Studium für mich nicht mehr durchführbar, jeder Seminar- und Vorlesungssaal ist weiß und mitunter stark ausgeleuchtet. Die Belastung ist immens.

Ebenso ist ein schlichtes nach draußen gehen, oder ein blauer Himmel eine endlose Tortur.

Ich schreibe ihnen, weil ein Bekannter von mir eine PPV bei ihnen hat machen lassen und ein gutes Ergebnis erzielt hat. Ich hätte gernen einen Termin, in welchem wir die Möglichkeiten diskutieren, die mir zur Verfügung stehen. Ich sehe mich außer Stande so weiter zu machen wie bisher.

Termine sind für mich am besten Donnerstags/Freitags wahrnehmbar, ich bin außerdem bei der AOK versichert.

Ich bitte Sie darum, mich nur zu berücksichtigen, wenn eine Operation auch bei jüngeren Menschen für Sie in Frage kommt. Ich habe hiermit schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht, ich habe mir diesen Schritt reiflich überlegt, dies ist keine unüberlegte Impulshandlung.

Sie erreichen mich entweder per Mail, oder telefonisch unter der XY.

Falls die Möglichkeit besteht, würde ich sie bitten meinen Wunsch/Anfrage vor ab an einen Operateur weiterzuleiten, um abzuklären, ob in meinem Alter, von ihrer Seite aus, überhaupt operiert wird.

Bei der letzten Kontrolle war die Netzhaut in bestem Zustand, ich habe weder Kurz-/Fernsichtigkeit noch andere Erkrankungen, bis auf die Glaskörpertrübungen.

Mit freundlichen Grüßen
Herr Mustermann
Daraufhin folgende Antwort:

Sehr geehrter Herr Mustermann,

vielen Dank für Ihre Nachricht an unsere Klinik.

Um Ihren Befund genau beurteilen zu können, müssten wir Sie einmal genau untersuchen. Hierzu ist auch eine Pupillenweitstellung notwendig (Autofahren danach nicht möglich). Im Anschluss an die Untersuchung würden wir Sie für das weitere Vorgehen entsprechend beraten.

Wenn Sie dies möchten, würde ich Sie um eine telefonische Terminvereinbarung unter XY in unserer Hauptabteilung bitten.

Bei Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Frau Dr. Musterfrau

Oberärztin der Klinik

Ich antwortete:

Sehr geehrte Frau Musterfrau,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich möchte nicht resolut, oder ungnädig wirken. Ich war bereits bei zahlreichen ÄrztenInnen in meiner Umgebung, nach der Routineuntersuchung und der Besprechung des Befunds bekam ich, bis jetzt, immer eine Absage. Weil grundsätzlich nicht in diesem Alter operiert wird.

Ich weiß, dass ein Grauer Star wohl die Konsequenz sein wird. Gleichfalls bin ich mir im klaren, dass die Operation schwerwiegende Komplikationen haben kann.

Ich habe kein Interesse an einer Voruntersuchung, wenn das Ergebnis („Da operieren wir nicht, sie sind zu jung, gewöhnen sie sich daran“) schon im vornherein feststeht.

Deshalb kommt ein Termin bei Ihnen für mich erst in Frage, wenn ich im vorraus die Zusicherung erhalte, dass eine Operation, bei günstigen Bedingungen, bei denen Alter keine ist, erwogen wird.

Bitte verstehen Sie mich da, Glaskörpertrübungen sind immer auch mit einer Patientengeschichte verbunden, die sich dadurch auszeichnet, dass man in quälend hellen Warteräumen sitzt und anschließend frustriert nach Hause geht, weil man „zu Jung“ ist.

Mit freundlichen Grüßen
Herr Mustermann
Die Antwort kam nur eine Stunde später:

Sehr geehrter Herr Mustermann,

ich würde nicht von vornherein sagen, dass eine OP bei Ihnen grundsätzlich nicht möglich ist.

Der klinische Befund und der subjektive Leidensdruck sind entscheidend.

Mehr kann ich aber ohne Untersuchung zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, wofür Sie sicherlich Verständnis haben.

Gerne vereinbaren Sie einen Untersuchungstermin bei uns, wenn Sie dies möchten.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Aussagen geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Frau Dr. Musterfrau

Oberärztin

 

 

Ich werde in den nächsten Wochen einen Termin vereinbaren und dann alles weitere besprechen, ich halte euch auf dem Laufenden.

Das was bleibt

Ich bin der tiefen Überzeugung, dass es in absehbarer Zeit eine Möglichkeit geben wird Floater, frei von jedem Risiko, aus dem Auge zu entfernen. Aktuell zeigt sich, dass eine Hoffnung dahingehend, nicht völlig aus der Luft gegriffen ist. Beispielsweise ein neues Operationswerkzeug für die Vitrektomie, oder eine neue Variante des Ellex-Lasers, für die Laser-Vitreolyse .

Doch ganz gleich, welches dieser Methoden -früher oder später- dazu führen wird, dass man einmal keine Floater mehr hat, eines ist sicher, sie werden einmal nicht mehr da sein. Man muss kein Optimist für diese Einstellung sein, sondern mäßig realistisch. Schließlich hat man auch jetzt schon die Möglichkeit für eine Vitrektomie, welche bei einem vollständig gesundem Auge nur sehr selten zu Komplikationen führt.

Konzentrieren wir uns also darauf, was für Erkenntnisse man erfahren kann, durch die Gewissheit, dass die Floater irgendwann verschwinden. Wagen wir zusammen einmal einen Blick in eine Zeit frei von Floatern. Es geht nicht darum sich auszumalen, wie schön die Welt einmal wieder ohne sie sein wird, sondern welche Erkenntnisse ich für die Gegenwart ziehen kann, wenn ich weiß, es ist nicht für immer.

Man stelle sich vor, man ist man selbst in 10 Jahren, man öffnet die Augen und sieht keine Floater mehr… Doch wie möchte man auf diese 10 Jahre davor zurückschauen?  Sieht man vielleicht nur das Schlechte, nur die Belastung und den Frust, oder sieht man das man sein bestes aus der Situation gemacht hat? Floater sind eine Belastung, dass ist keine Frage, aber abseits der Floater ist man vermutlich gesund. Die meisten Dinge im Leben stehen einem noch immer offen, es geht darum für sich eine Möglichkeit zu finden, sein Leben mit den Floatern so zu arrangieren, dass es für diese Situation das Beste aller Möglichen ist. Denn sieht man eines Tages 10 Jahre zurück und sieht sich wie man sich 10 Jahre ein Fundament für ein besseres Leben etwa durch: einen besseren Job, eine bessere Ausbildung oder Bildung im Allgemeinen erbaut hat, dann hat man etwas gelernt und die Erfahrung der Floater hat etwas positives gehabt.

Positiv sein, oder positiv handeln ist schwierig und mitunter anstrengend, doch hier kann der Glaube, oder viel mehr die berechtigte Hoffnung, dass dieser Zustand nur temporär ist und irgendwann nicht mehr sein wird, eine große Hilfe sein. Ich kann mich Jahre auf all das konzentrieren, was bleiben wird, wenn die Floater einmal verschwunden sind. Die Floater sind etwas temporäres, andere Dinge jedoch werden ziemlich sicher bleiben. Arbeite ich mit meinen Floatern etwa an meiner Geduld, meiner positiven Einstellung, meiner Sicht auf die Dinge, meiner Aufmerksamkeit und meinen Strategien mit traumatischen Erlebnissen fertig zu werden, dann bleiben diese Fähigkeiten mir erhalten. Ganz logisch meine Persönlichkeit, mein Ich, ist kein Floater es hängt auch nicht mit diesen zusammen, das eine geht das andere bleibt. Sehe ich in 10 Jahren auf das jetzt zurück und sehe mich allen Widrigkeiten trotzen und das beste aller möglichen Leben führen und gleichzeitig ein Fundament errichten auf welchem das Ich in 10 Jahren besser stehen wird, dann habe ich es geschafft. Ich bin gereift, niemand kann und niemand wird einem dies jemals nehmen können.

Niemand schreibt einem vor wie man seine Floater zu sehen hat. Natürlich werden die wenigsten sie als etwas positives empfinden, aber man kann nicht nur aus positiven Dingen lernen. Angenommen man sperrt sich 10 Jahre in seinem dunklen Zimmer ein und sitzt es aus, eines Tages schlägt man die floaterlosen Augen auf und einem wird bewusst, dass man 10 Jahre verschwendet hat. Dann ist man die nächsten 10 Jahre vermutlich damit beschäftigt, sich das zu verzeihen, man hat nichts gewonnen außer einem neuen frustrierenden Gedanken. In 10 Jahren kann man ein Instrument lernen und wahrscheinlich sogar sehr gut spielen, eine Sprache lernen, einen Kontinent entdecken, alle Werke von Kant/Platon/Aristoteles und Goethe lesen, vermutlich sogar alles gleichzeitig. Auch mit den Floatern, wenn lesen schwierig ist, dann kann man kreativ sein, eine Strategie entwickeln, welche es möglich macht. Lernt man eine Sprache sitzt man wahrscheinlich in der Volkshochschule in einem weißen Raum, der reinste Horror, aber nicht unmöglich, kommt man eben mit einer schwarzen Sonnenbrille und sagt: „Ich habe Albinismus“, oder „Tut mir leid, ich habe überempfindliche Augen, ich muss die Brille tragen“, wenn einem „Ich habe Floater/Glaskörpertrübungen“ unangenehm sein sollte. Es gibt leider mehr Ausreden, als Varianten etwas zu anzupacken und zu einem Ende zu bringen.

 

Einfach leben

Ein Satz den mein Therapeut einmal zu mir sagte, welcher mich nachhaltig und tief beeindruckt hat war: „Es scheint sie haben alles versucht und wüssten was sie wollen, aber haben sie schon versucht einfach zu leben?“
Das hat gesessen und war so simpel wie richtig. Das hatte ich noch nicht versucht. Alles was ich bisher tat war die Trübungen, entweder aktiv zu bewältigen und zu ignorieren, oder sie loszuwerden. Sie einfach nur zu haben, wie einen Schnurrbart oder eine dämliche Frisur, war bis dahin völliges Neuland für mich. 

Aber, wie lebt man mit etwas, dass einem ständig direkt vor den Augen herumtanzt, immer da ist wohin man schaut? Naja, einfach so eben. Es bedarf keiner wunderbaren Strategie, keiner Wundermittel, keiner heiligen Eingebung, sondern nur den Willen weiter zu leben. Es ist ein Irrglaube zu denken, es gäbe dieses eine Mittelchen, diesen einen Satz, diese eine Brille, um die Trübungen für immer und nachhaltig auszublenden und danach stören sie nie wieder. Das ist etwas, dass muss man so akzeptieren, es wird immer Spannungen mit den Trübungen geben. Es wird immer Tage geben an denen sie stören. 
Wie bereits angesprochen (Was hilft gegen die Mücken?Fliegende Mücken, was tun?), muss man sich selbst auch die Möglichkeit damit geben, die Trübungen zu akzeptieren. Grundsätzlich sollte es kein Gegeneinander sein sondern ein Miteinander. 

Natürlich ist das leicht gesagt und schwer getan, aber es ist drin, denn wo ist mein Mittelpunkt? Was fokussiere ich, was lebe ich?  Lebe ich mit den Floatern, oder die Floater mit mir? Bin ich die Floater, oder habe ich sie?
Trotz zahlreicher Floater besteht die Welt noch aus 80% anderen Dingen, zwischen den Floatern ist ein bisschen Platz um durchzuschauen. Natürlich sind massive Floater eine Beeinträchtigung und mit den Floatern leben zu können und trotzdem etwas dagegen zu unternehmen, ist per se auch kein Widerspruch, sondern vielmehr notwendig. Erst akzeptiere ich etwas, so wie es jetzt ist, dann formuliere ich einen Soll-Zustand, ist dieser erreicht, kann ich mir Gedanken über alles weitere machen. 

Die logische Reihenfolge, dessen was man tun sollte, ist nicht: „Versuchen damit zu leben > Laser-Vitreolyse > Vitrektomie“, sondern (à mon avis) „Versuchen damit zu leben > scheitern > neue Strategien entwickeln > scheitern >  festes Ziel formulieren > Teilerfolg > Akzeptanz > damit leben > Entscheidung treffen, ob ein Leben mit den Floatern den eigenen Vorstellungen entspricht“.

Kann ich den letzten Punkt mit einem klaren „Ja“ beantworten, dann ist es so, wahrscheinlich erinnert man sich, dann aber kaum noch an diesen Ablauf, so bleibt die Antwort implizit, durch die Handlung. Sollte es ein „Nein“ sein, dann kann man sich Gedanken über invasive Techniken machen.

Alles in allem, ich habe Floater, ansonsten führe ich ein normales völlig durchschnittlich glückliches Leben, es ist für mich wie Regen bei einer Grillfeier, schön, wenn er weg ist, nicht schlimm, wenn er bleibt.

Fliegende Mücken, was tun?

Die Frage was man tun kann, impliziert unumgänglich, dass welche Möglichkeiten habe ich überhaupt, aber die Möglichkeiten richten sich nach dem was man möchte. Manchmal muss man das wollen, was man kann, bzw. richtet sich das „Was will ich?“nach den Möglichkeiten.
Tut man dies nicht, bzw. sträubt sich gegen diese Möglichkeiten, will aber das Produkt der Möglichkeiten, ensteht eine fast unüberbrückbare Hüde, die früher oder später dazu führt, dass man auf der Stelle tritt.

Bei Mouches Volantes sind die Varianten, dessen was man möchte, frustrierend gering. Die meisten Menschen, wollen wohl einfach nicht mehr diese Mücken vor den Augen. Verständlich. Jedoch ändert sich, dass was die meisten wollen schlagartig, wenn einem bewusst wird, welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen, falls das Produkt „Keine Trübungen mehr“, erreicht werden will. Eine Vitrektomie ist ein schwerer Eingriff, der Gedanke, dass sich 2 – 3 Metallstäbe durch das Auge wühlen ist erschreckend und beängstigend, gleiches gilt für die potentiellen Risiken. Verständlich. Dennoch, die Vitrektomie ist die einzige Möglichkeit diesen Wunsch zu realisieren.


Meistens wird hier die Erwartungshaltung angepasst, an das was Möglich ist. Auch das ist verständlich. Aber was ist Möglich? Mit den Trübungen zu leben, ist natürlich möglich. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass man ein glückliches erfülltes Leben mit den Trübungen führen kann, ohne Einschränkungen. Eventuell bedarf es kleiner Hilfsmittel, der kauf einer Sonnenbrille, das dimmen des Computerbildschirms oder das zuziehen der Jalousien. Das ist die Möglichkeit des „Mit den Mücken zu leben“, bzw. sich damit zur arrangieren. Dieses erwächst, aber oftmals nicht aus dem eigenen Wunsch heraus, sondern an der Ermangelung anderer Möglichkeiten. Nicht jeder, der mit den Mücken leben kann muss das tun, aber es ist Möglichkeit es zu vereinfachen.


Wie viele Menschen würden noch mit ihren Floatern leben, wenn die Vitrektomie eine Operation mit 0,0% Risiko wäre? Vermutlich nur noch Bruchteil, oder nur jene, die nicht von ihnen gestört werden.

Was passiert, wenn das Will: „Keine Trübungen mehr“, nicht an die Realität angepasst wird? Denn wer keine Vitrektomie möchte, was sehr verständlich ist, muss zwangsläufig für die nächste Zeit damit leben. Gezwungenermaßen.


Man flieht. Sucht nach einer Möglichkeit, die das Produkt einer Vitrektomie ermöglicht -ohne das Risiko-, grundsätzlich ist das nicht verwerflich, sondern verständlich. Chinesische Heilmedizin, Heilpraktiker, Heilwasser etc. etc. Nur zielführend ist es nicht. Denn mit absoluter Wahrscheinlichkeit bzw. mit 100% Sicherheit, gibt es keine andere Möglichkeit. Das Problem hieran ist, dass man sich mit der ziemlich sicheren erfolglosen suche, gleichzeitig die Möglichkeit nimmt, sich mit den Floatern zu arrangieren. Da Zielvorstellung und Realität nicht mehr kohärent sind. Man durchforstet also endlos das Internet und eifert einem Ziel hinterher, welche nicht erreichbar ist.